Home > News > Deutscher Krankenwagen kommt in Tunesien zum Einsatz, 01.03.2013

Die Revolution in Tunesien 2010/2011 hat zu tiefgreifenden Veränderungen in diesem arabischen Land geführt. Die Zivilgesellschaft benötigt weiterhin Hilfe beim Aufbau neuer Inf-rastruktur – insbesondere im Gesundheitswesen. Deshalb spendet das Kölner Krankentransportunternehmen Accon in Kooperation mit dem Klinikverbund St. Antonius und St. Josef einen Krankenwagen, der im April in Tunesien zum Einsatz kommen soll. Der Wagen wurde dem Verein „Tabarka“ am 1. März vor der Notfallambulanz des Petrus-Krankenhauses übergeben.

Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen. Gerade in Krisensituationen gilt es, die Gesund-heitsversorgung für die Bevölkerung aufrecht zu erhalten oder schnellstmöglich wieder aufzubauen. „Eines der gravierendsten Probleme in Tunesien nach der Revolution ist die Situation des Krankentransportes“, weiß Dietmar Bell, SPD-Landtagsabgeordneter und Mitbegründer des Vereins zur Förderung der Städtefreundschaft zwischen Wuppertal und Tabarka und seinem Umland e.V. (kurz Tabarka e.V.). Der Verein wurde 2011 nach der gleichnamigen Stadt gegründet und hat es sich zum Ziel gemacht, den Menschen vor Ort zu helfen und Spenden zu sammeln.

„Wir unterstützen dieses Projekt sehr gerne“, sagt Accon-Geschäftsführer Holger Renz. In einer Notsituation müssten Patienten schnellstmöglich in das nächste Krankenhaus gebracht werden und dazu brauche es einfach einsatzfähige Fahrzeuge. Benjamin Koch, Geschäftsführer des Petrus-Krankenhauses, stimmt zu: „Als christliches Krankenhaus sind wir hier im Besonderen dem Menschen verpflichtet und befürworten daher diese Aktion.“

Insgesamt werden zwei Krankenwagen von Mitgliedern des Vereinsvorstands Ende März nach Tabarka überführt. Die Übergabe der Wagen an das Krankenhaus in Tabarka ist für den 30. März avisiert.

Informationen zum Verein Tabarka:

Unmittelbar nach der Revolution in Tunesien im Januar 2011 ist es auf Initiative von tunesisch stämmigen Wuppertalern zu ersten Kontakten mit Vertretern der Zivilgesellschaft in Tabarka in Nordtunesien gekommen. Auf deren Einladung hin hat eine kleine Wuppertaler Delegation im Juni 2011 erstmals Tabarka besucht und sich einen Eindruck über die Situation verschaffen können. Im weiteren Jahresverlauf wurde dann der Verein gegründet, um die Entwicklung der Stadt und der Region zielgerichtet unterstützen zu können. Ziel des Vereins ist die Begründung einer kommunalen Entwicklungspartnerschaft zwischen Wuppertal und Tabarka, um die zivilgesell-schaftlichen Kräfte und die demokratische Entwicklung zu stärken. Der Verein hat mittlerweile 59 Mitglieder und er ist in Wuppertal breit verankert.

Im vergangenen Jahr besuchten Bürgerinnen und Bürger aus Tabarka Deutschland und aktuell findet ein Jugendaustausch statt.

Weitere Informationen über die Initiative „Tabarka“ finden Sie unter: www.wuppertal-tabarka.de

Informationen zur Stadt Tabarka:

Tabarka ist eine alte Hafenstadt nahe der algerischen Grenze mit rund 15.000 Einwohnern. Das Umland ist bergig, wasser- und waldreich, aber leider sehr verarmt. Zur Römerzeit lief über Ta-barka ein großer Teil des Warenverkehrs mit dem römischen Reich: Marmor, Getreide, Olivenöl, keramische Produkte und sogar wilde Tiere aus dem waldreichen Hinterland wurden verschifft. Allerdings verlor der Hafen seine wirtschaftliche Bedeutung.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts blühte der Tourismus in Tabarka. Doch mit dem Anschlag auf die Synagoge in Djerba im Jahr 2002 verlor Tunesien diese Einnahmequelle. Bis heute ist es nicht mehr gelungen, an die blühenden Zeiten anzuschließen.